Performance “254” von Maria Kulikovska vor der Neuen Nationalgalerie (bis 4. Mai)

Maria Kulikovska, „254. Action“, Manifesta 10, Eremitage, St. Petersburg, Russland, 1. Juli 2014. Copyright: Dana Kosmina

Der Krieg und seine Folgen sind das zentrale Thema im Schaffen der ukrainischen Künstlerin Maria Kulikovska (geboren 1988). Vom heutigen Mittwoch an bis zum 4. Mai (täglich jeweils um 12, 15 und 17 Uhr) zeigt sie ihre rund einstündige Performance „254“ auf den Stufen zur Terrasse der Neuen Nationalgalerie. Die Performance fand erstmals 2014 in Sankt Petersburg statt und erhält vor dem Hintergrund des derzeitigen Krieges in der Ukraine erneut aktuelle Relevanz.

Nach der Erstaufführung 2014 wurde Kulikovska kurzzeitig verhaftet

Die Performance für die Neue Nationalgalerie ist die Wiederaufführung einer nicht genehmigten Aktion, die am 1. Juli 2014 während der Eröffnung der Manifesta 10 in der Eremitage in Sankt Petersburg stattfand. Bedeckt von der ukrainischen Flagge lag Kulikovska wie verwundet auf den Stufen des Museums. Die Performance endete mit der kurzzeitigen Verhaftung der Künstlerin. Der Titel „254“ bezieht sich auf die Nummer, die Kulikovska nach der Krim-Annexion im Jahr 2014 durch ihre Flucht nach Kiew erhielt und mit der sie zu einer registrierten Geflüchteten im eigenen Land wurde.

Die Künstlerin hat Kiew im März verlassen und lebt derzeit in Linz

Maria Kulikovska, geboren 1988 in Kertsch, Krim, Ukraine, ist eine Multimedia-Künstlerin, Architektin, aktionistische Performerin, Forscherin und Dozentin. Sie lebt aktuell in Linz, Österreich, seit sie im März 2022 nach der Invasion Russlands Kiew verlassen musste. 2015 gründete die Künstlerin die internationale Künstlerinnengruppe und offene feministische Plattform „Flowers of Democracy“ und 2017 die „School of Political Performance“. 2019 initiierte sie mit Uleg Vinnichenko den internationalen nicht-binären Kunstraum GARAGE33 in Kiew, einen Galerie-Schutzraum für zeitgenössische Künstlerinnen.

Die Performance „254“ in der Neuen Nationalgalerie ist kuratiert von Klaus Biesenbach, Direktor der Neuen Nationalgalerie, und Lisa Botti, Kuratorische Assistenz, und ist eine Kooperation zwischen der Neuen Nationalgalerie und dem Gallery Weekend Berlin, um Spenden für Be an Angel e.V. zu sammeln – eine Organisation, die sich für die nachhaltige Integration von Menschen mit Fluchtgeschichte einsetzt.