(Un)Freiwillig im Seminarraum Anwesenheitspflicht an der Hochschule – ja oder nein?

Studenten sind erwachsen und können eigene Entscheidungen treffen – sollte man meinen. Denn obwohl es laut Gesetz in Sachsen keine Anwesenheitspflicht an den Hochschulen gibt, werden in vielen Seminaren immer noch Listen herumgereicht. Für die Studenten Fluch, für die Professoren Segen, denn so sind viele Seminare gut besucht. Wir haben das Pro und Contra einer Anwesenheitspflicht abgewogen. Welche Meinung vertretet ihr? Entscheidet selbst!

CONTRA

Das Studium ist nicht die Grundschulzeit, in der mir Mutti einen Zettel mitgeben musste, wenn ich einmal nicht zum Unterricht kommen konnte. Wer studiert, ist nicht nur volljährig, sondern reif genug, eigene Entscheidungen zu treffen – „hochschulreif“, um es genau zu sagen.
Professoren und Dozenten geben dennoch gerne Anwesenheitslisten durch die Reihen. Und garantieren somit, dass ihre teils gähnend langweiligen und didaktisch unbrauchbaren Seminare gut gefüllt sind. Ob die Studenten auf den Bänken einnicken, ist ihnen dann auch egal. Und genau das ist der Punkt: Ist ein Seminar spannend und vermittelt es Wissen, dann gehe ich auch gerne und freiwillig hin, selbst am frühen Morgen. Wenn nicht, nutze ich die Zeit lieber für sinnvollere Dinge. Und ja, auch Ausschlafen ist so manches Mal sinnvoller als ein langatmiges Seminar.

Fazit: Die Anwesenheitspflicht macht den Unterricht auch nicht spannender.

PRO

Ich möchte den Arbeitgeber erleben, der verständnisvoll nickt, wenn ich mal nicht zur Arbeit erscheine, weil die Party am Vorabend so ausschweifend war. Die meisten Studenten sehen in der fehlenden Anwesenheitspflicht aber solch einen Freifahrtschein. Sie kommen zum ersten Seminar im Semester und, wenn‛s gut läuft, noch mal zum letzten um die Prüfung zu schreiben. Das ärgert nicht nur die Dozenten und Professoren, sondern auch die Kommilitonen.
Schließlich ist die Hochschule ein Ort des Ideenaustausches. Wie sollen anregende Diskussionen entstehen, wenn nur drei Leute im Raum sitzen?
Eine Anwesenheitspflicht versichert den Hochschulen, dass ihre Studenten Wissen vermittelt bekommen. Denn, wenn wir mal ehrlich sind: Wer setzt sich schon zu Hause hin und arbeitet den verpassten Stoff nach?

Fazit: Nur wer regelmäßig zu Seminaren geht, kann auch was lernen.