Grünes Leipzig: German Zero Leipzig „Aus der Komfortzone raus“

Um das Pariser Klimaabkommen einzuhalten, und vor allem, um die schlimmsten Folgen der Klimakrise abzuwenden, muss Deutschland seinen Beitrag zum 1,5-Grad-Ziel leisten. Die Bewegung German Zero setzt sich dafür ein, dass dafür die notwendigen politischen Weichen gestellt werden. Seit Kurzem gibt es auch eine lokale Gruppe in Leipzig. 

© German Zero

Bis 2035 soll Deutschland klimaneutral sein – zumindest, wenn es nach der Bewegung German Zero geht. Dafür muss sich politisch noch einiges tun – bei der Bundesregierung, aber auch in den einzelnen Städten und Kreisen. In vielen Bereichen etwas ändern: Im Verkehr, in der Energiegewinnung, aber auch in der Landwirtschaft – überall müssen Emissionen gespart werden. Um das zu erreichen, setzen sich Lokalgruppen von German Zero in ganz Deutschland dafür ein, mit Politiker:innen ins Gespräch zu kommen. German Zero ist ein überparteilicher, gemeinnütziger Verein, der sich in ganz Deutschland für das Ziel Klimaneutralität einsetzt und damit für eine lebenswerte Zukunft für die nächsten Generationen. Dabei wird er von mehr als 50 prominenten Köpfen wie Carolin Kebekus, Joko Winterscheidt, Jan Delay oder Rezo unterstützt.

Klimapolitik in Leipzig

Seit vergangenem Herbst gibt es auch eine Lokalgruppe in Leipzig, zurzeit sind ungefähr 13 Personen aktiv dabei. Einer davon ist Norman Schulz. Von Beruf ist er Key Account Manager, seit der Pande­mie ist ihm mehr und mehr klar geworden, dass es in Bezug auf Klimapolitik in Deutschland nicht so weitergehen kann wie bisher. Im Lockdown habe er dann gemerkt, dass es auch anders gehe. „Wir sind die erste Generation, die die Folgen des Klimawandels wirklich spürt“, sagt er. Darum sei nun schnelles Handeln notwendig. Er und die anderen Aktivistinnen und Aktivisten von German Zero wollen ein Bewusstsein dafür schaffen, wie wichtig es ist, jetzt etwas zu verändern, um die Folgen der Klimakrise zu begrenzen. „Wir müssen da aus unserer Komfortzone raus“, sagt Schulz. Statt kurze Wege mit dem Auto zu fahren, nimmt er nun persönlich öfter mal das Fahrrad. Das ist zwar ein wichtiger Schritt, aber um den Klimawandel abzumildern, muss sich nicht nur auf individueller, sondern auch auf politischer Ebene etwas bewegen, und Klimaschutz muss noch stärker in den Fokus rücken.

Austausch mit Politik

Dafür hat sich die Bewegung German Zero überlegt, wie sie sich besonders effizient einbringen kann und ihren ganz eigenen Weg gefunden: „Anders als andere Bewegungen wollen wir nicht nur auf der Straße demonstrieren, sondern direkt mit Politiker:innen sprechen“, sagt Norman Schulz. Das heißt, German Zero Leipzigsucht direkt das Gespräch mit Wahlkreisabgeordneten aus Leipzig und der Region, um mit ihnen über die Herausforderungen des Klimawandels und die politischen Instrumente, um darauf zu reagieren, zu sprechen. „Wir sprechen mit allen Parteien des demokratischen Spektrums“, sagt Norman Schulz. So will German Zero „Druck aus der Mitte der Gesellschaft“ machen. Schulz freut besonders, dass die Anliegen der Klimagruppe dabei auch wirklich gehört werden. „Die Politiker nehmen sich wirklich Zeit für uns“, sagt er.

Etwas ändern

Mittelfristig will German Zero ein eigenes Klimagesetz in den Deutschen Bundestag einbringen, dass dann im Grundgesetz verankert wird. Kurzfristig konzentrieren sich die Aktivist:innen aber erst mal auf die Bundestagswahl im Herbst. Je mehr Politiker und Politikerinnen, die dann ins Parlament einziehen, die Klimakrise auf dem Schirm haben und priorisieren, desto besser, davon ist Schulz überzeugt. Dafür will die Lokalgruppe ihren Einfluss in der Region rund um Leipzig, aber auch in Halle noch ausbauen. „Je mehr wir sind, desto eher werden wir wahrgenommen“, meint er. Auch jetzt schon ist Schulz zuversichtlich, dass das Engagement etwas bewegt: „Ich bin überzeugt, dass wir viel ändern können.“

Die Lokalgruppe von German Zero Leipzig trifft sich immer montags um 20:30 Uhr und freut sich noch über Zuwachs. Zurzeit finden die Treffen noch digital statt, sobald es die pandemische Lage zulässt, könnte sich das aber ändern.

Mehr Infos dazu gibts auf Instagram unter: @germanzero_leipzig

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