Leipziger Stadtrat bewilligt Antrag über die Abschaffung der Sperrzeit
Ausgesperrt! Aktueller Stand zur Sperrstunde in Leipzig
01.03.2018
Anne Küste
Durch ein Votum im Stadtrat wurde Ende Februar 2018 die Verwaltung beauftragt, eine rechtsverbindliche Regelung zur Abschaffung der Sperrstunde vorzulegen.
Durch ein eindeutiges Votum im Stadtrat wurde am Mittwoch, den 28. Februar 2018 die Verwaltung beauftragt, eine rechtsverbindliche Regelung zur Abschaffung der umstrittenen Sperrstunde in Leipzig vorzulegen. 55 der Stadträte votierten für den Antrag, niemand dagegen. Sechs Mitglieder der Ratsversammlung enthielten sich ihrer Stimme.
Ein großes Problem, das im Sommer 2017 zunächst mit einem kleinen Zettel im Briefkasten des Instituts für Zukunft begann. Darauf enthalten die Bitte, den Club zwischen fünf und sechs Uhr – auf Grundlage der Sperrstundenregelung – zu schließen. Laut Alexander Loth, dem Geschäftsführer des Clubs, waren es Lärmbeschwerden, die zur Maßnahme des Ordnungsamtes führten. „Die Sperrstunde wird als Sanktionsmittel eingesetzt und das, obwohl damit geworben wurde, dass es in Leipzig keine Sperrzeit gebe.“ Tatsächlich sind die brisanten Themen Lärm- und Gesundheitsschutz, die fälschlicherweise häufig mit der Sperrstundenregelung in Verbindung gebracht werden, in anderen Gesetzen normiert und stehen damit grundlegend in keinerlei Verbindung. Nichtdestotrotz mussten Clubbetreiber und Liebhaber der Leipziger Elektroszene feststellen, dass das Sächsische Gaststättengesetz generell für „Gaststätten und öffentliche Vergnügungsstätten“ eine Sperrzeit vorsieht. Seitdem setzen sich die IG Livekommbinat, eine Organisation der Leipziger Musikclubs, das Institut für Zukunft und die DEHOGA Sachsen geschlossen und unaufhörlich für eine Aufhebung der Sperrzeit ein. Denn Gemeinden und Kommunen sind zwar zur Kontrolle angehalten, können aber mit einer eigenen Rechtsverordnung die Regelung aufheben. Dies ist aufgrund der Entscheidung im Leipziger Stadtrat nun geschehen. „Hätten wir einfach hingenommen, dass unser Club zwischen fünf und sechs Uhr eine Zwangspause einlegen soll, hätte uns das mit Sicherheit die Existenz gekostet”, gesteht Alexander Loth. Inwiefern die Argumente der einzelnen Vertreter, sowie die rund 8.300 Stimmen, welche die Online-Petition im vergangen Jahr verzeichnete, ausreichen, um die Landesdirektion davon zu überzeugen, dass der Bestand der Leipziger Clubszene im öffentlichen Interesse liegt, gilt erneut abzuwarten.