Schnittchen mit Glitzer Theaterrezension: „Kein Pardon – Das Musical“ in der Musikalischen Komödie

In dem Musical „Kein Pardon“ von Hape Kerkeling, das von Thomas Hermanns für die Musikalische Komödie inszeniert wird, wird die Glitzerwelt des Fernsehgeschäfts der 80er Jahre selbstironisch persifliert und die harte Welt hinter den Kulissen gezeigt.

Es zeigt, wie austauschbar die Menschen sind, wie sehr sich der Schein vom Sein unterscheidet und wie aus Freunden Feinde werden können. Der naive, weltfremde Peter Schlönzke, Sohn einer Schnittchenverkäuferin, wird über Nacht zum Star, als er seinem Idol, dem Moderator Heinz Wäscher auf der Bühne der Show „Witzigkeit kennt keine Grenzen“ seine Meinung sagt. Im Vorfeld erlebt er nämlich, wie cholerisch und überhaupt nicht charmant dieser die Mitarbeiter behandelt. Kurzerhand wird er als neuer Moderator eingesetzt und bekommt jetzt den Medienruhm zu spüren. Unter dem Erfolgszwang droht allerdings, sein Privatleben zu zerbrechen.

„Das ganze Leben ist ein Quiz“

Das eigentlich ernste Thema wird mit viel Humor und Ironie inszeniert. Durch die Integration des Publikums und die Situationskomik ist das Stück sehr kurzweilig. Das Bühnenbild ist aufwendig gestaltet, das Orchester spielt verschiedene Stile, von rockigen Nummern bis zu Showmusik und die Schauspieler liefern tolle Gesangsleistungen. Auch Tage später geistert der eine oder andere Ohrwurm noch im Kopf herum. Die Choreografien des Balletts sind fast durchgängig die eines Showballetts und unterstützen das Stück. Einzige Wermutstropfen sind die der Zeit und des Filmklassikers „Kein Pardon“ geschuldeten Insider, die eher die Generationen verstehen, die in den 80ern aufgewachsen sind bzw. das Stück schon als Fernsehsatire kennen. So fragten wir uns beispielsweise die ganze Zeit, was „Corega-Tabs“ sind …

Trotzdem: Absolut sehenswert!

 INFO:   Am 2., 3., 14. und 15. Juni 2017 könnt ihr das Musical um 19:30/19/19:30/19:30 Uhr noch in der Musikalischen Komödie erleben.