„Bei einem Derby ist alles möglich“ Sachsenderby in 2. Bundesliga: RB Leipzig gegen FC Erzgebirge Aue

Da ist es: das einzige Sachsenderby in der 2. Bundesliga. Morgen, am 22. August 2014 um 18:30 Uhr, kommen die Veilchen in die Red Bull Arena mit dem Vorsatz, den Liga-Frischling RB Leipzig in seine Schranken zu weisen und von selbigen auf dem Rasen nicht zertreten zu werden. Doch da haben die Roten Bullen wohl auch noch ein Wörtchen mitzureden. 

© GEPApictures / RB Leipzig
Mittelfeldspieler und Neuzugang Rani Khedira weiß allerdings auch, dass „bei einem Derby alles möglich ist und wir kämpfen müssen“. Da komme es nicht auf die derzeitige Tabellenplatzierung an, sondern „auf die Tagesform und wer den größeren Willen zeigt“. Soll heißen: Es kann durchaus etwas Unerwartetes passieren, nämlich dass der nicht annährend so finanzstarke FC Erzgebirge Aue gegen den ambitionierten Leipziger Verein die Sensation schaffen könnte.
RBL-Cheftrainer Alexander Zorniger betont zwar, dass Aue jahrelange Zweitligaerfahrung besitzt, doch laut Wettanbietern scheint die Favoritenrolle klar. Wer auf die Veilchen setzt, wird sich im Falle eines Aue-Siegs über einen regelrechten Geldregen freuen dürfen. Falko Götz, Trainer des FC Erzgebirge Aue, meint im heutigen LVZ-Interview: „Spielerisch können wir mit RB nicht mithalten, aber wir bringen unsere Tugenden Kampf und Leidenschaft mit.“ Generell sei alles offen. „Diese Liga ist viel mehr von der Tagesform abhängig, als die 3. Liga“, so Zorniger. Und ja, RB Leipzig habe zwar viel individuelle Qualität im Kader, aber das nütze alles gar nichts, wenn es auf dem Platz als Mannschaft nicht klappe.

Guter Start in die Saison

© Marcel Lenk
Fakt ist, der Start in die 2. Bundesliga ist für die Roten Bullen – im Gegensatz zu Aue (zwei verlorenen Spiele) – bisher geglückt. Gegen VfRAalen konnte sich die Zorniger-Truppe einen Punkt sichern. Eine Woche später fuhren die RBL-Kicker ihren ersten Zweitliga-Sieg mit einem überragenden Yussuf Poulsen bei 1860 München ein und zeigten, dass die bundesweiten Demos und Boykottversuche sie zumindest spielerisch nicht beeindrucken. Auch die 1. Runde im DFB-Pokal gegen den SC Paderborn – und damit gegen den RB-Aufstiegshelden und verlorenen Fußballsohn Stefan Kutschke – entschied RB Leipzig im heimischen Stadion für sich. Zorniger übt sich wie eh und je in Bescheidenheit: „Wir können den bisherigen Erfolg aber auch richtig einschätzen. Wir stehen erst ganz am Anfang der Saison und haben noch gar nicht alle Facetten der zweiten Liga gesehen.“

Neuigkeiten in der RBL-Chefetage

Mit Frank Aehlig gibt es bei RB Leipzig einen neuen Sportkoordinator. Grund: „Ich kann ja nicht überall sein“, sagt Sportdirektor Ralf Rangnick, der mit RB Leipzig und Red Bull Salzburg die Belange von gleich zwei Vereinen wuppen muss. „Frank Aehlig erfüllt komplett unser Anforderungsprofil. Er wird zukünftig in Leipzig mein verlängerter Arm sein und sowohl vertragliche als auch organisatorische Aufgaben im sportlichen Bereich übernehmen und die tägliche Zusammenarbeit mit Trainer Alexander Zorniger vor Ort umsetzen“, so Rangnick. Auf die Frage, ob er schon mal seinen Nachfolger in spe suche, entgegnet Rangnick entspannt: „In Salzburg ist diese Stelle sogar doppelt besetzt.“ Aehlig warManager beim VfL Wolfsburg. Zuvor arbeitete er unter anderem für Dynamo Dresden und Kaiserslautern.

Spiel(er)infos:   

Joshua Kimmich zog sich im Pokalspiel gegen Paderborn eine Oberschenkelprellung zu. Diego Demme plagen muskuläre Probleme. Ob die beiden trotzdem spielen, wird voraussichtlich kurzfristig am Freitag entschieden. Ante Rebić ist zwar voll ins Mannschaftstraining eingestiegen, aber ein Einsatz gegen Aue komme noch früh. Auch die vier Langzeitverletzten Fabio Coltorti, Fabian Franke, Henrik Ernst, Terrence Boyd und Ante Rebić stehen nicht zur Verfügung.

Was: 3. Spieltag – RB Leipzig gegen FC Erzgebirge Aue
Wann: Freitag, 22. August 2014 um 18:30 Uhr
Wo: Red Bull Arena

Bisher verkaufte Tickets: 28.000